Bukarest – Stadt der grössenwahnsinnigen Bauwerke

Bukarest – Stadt der grössenwahnsinnigen Bauwerke

Bald 5 Wochen bin ich nun quer durch Osteuropa unterwegs. Zahlreiche Eindrücke, spannende Geschichten, neue Länder und wunderschöne Städte. Von Sofia (zum Blogbeitrag über Sofia) gings in einer 10h-Zugfahrt nach Bukarest, Rumänien. Eine Stadt, welche ich kaum kannte. Weder Sehenswürdigkeiten noch die rumänische Kulturen & Traditionen. Nun ging es daran, das zu ändern. Es startete allerdings alles andere als gut. Ich dachte mir, dass es in einem Direktzug, welcher von Griechenland über Sofia nach Bukarest fährt, sicherlich ein Bistro/Restaurant gibt. Falsch gelegen. So hatte ich den ganzen Tag kein Essen. Mein letztes Essen war das Abendessen am Vorabend. So wurde eine gemütliche Tagesfahrt zu einer kämpferischen Fahrt gegen den eigenen Hunger. Zumindest eine Flasche Wasser kaufte ich am Bahnhof. Die neuen schottischen Freunde im Abteil streckten mir ab und zu eine Packung Chips entgegen, in welcher ich einzelne Chips herauspickte. Das war aber auch alles. Der Zug war wiederum mal über eine Stunde verspätet, da die Grenzkontrollen wieder sehr lange dauerten. Nichtsdestotrotz kam ich in Bukarest an. Anschliessend tat ich etwas, was ich im Ausland auf meinen Reisen nie mache: McDonalds! Ich versuche jeweils immer die Fastfood-Ketten zu meiden, da ich das ebenfalls zuhause habe. Aber nach über 24h ohne Essen war mir das sowas von egal und ich stillte im McDonalds direkt im Bahnhof meinen Hunger, ehe ich zum Hotel ging. Es war unterdessen nach 21 Uhr. Der Tag war somit gelaufen.

Day 1
Eigentlich wäre heute ein Testspiel im 180km nördlichen Braşov geplant gewesen. Dieses wurde allerdings am Vorabend abgesagt. Grund: Gegner spielt nicht! Somit hatte ich einen halben Tag mehr in Bukarest und konnte alles vollumfänglich ohne Stress geniessen. Mein Hotel befand sich direkt neben dem Bahnhof Bucaresti Nord, da ich davon ausging, dass ich nach Braşov, sowie später nach Budapest über diesen reisen musste. Durch die Absage des Spiels war die Lage nicht mehr der Hit und ich war etwas weit von der Innenstadt entfernt. In den hinteren Teil der Altstadt musste man mit einem Fussmarsch von über 30min rechnen. Für mich allerdings kein Problem. Wer mich kennt, weiss, dass ich Städte eher selten mit U-Bahnen oder Bussen besuche und sehr viel zu Fuss gehe. Mein erstes Ziel am heutigen Tag war der Royal Palace of Bucharest, nachdem ich meinen morgentlichen Kaffee am Hauptbahnhof abholte. Die Stadt ist sehr lang gezogen und forderte einige Kilometer zu Fuss. Weiter gings zum Athenäum, ein schön verziehrtes Konzerthaus relativ zentral in der Altstadt. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt, vorbei an diversen Restaurants und Cafés, erreichte ich den CEC-Palast. Gleich daneben lag das Kloster Stavlopoleos. Das schöne alte Kloster aus dem Jahre 1724 liegt gut erhalten mitten in der Stadt und gilt als geschichtlicher Touristenmagnet. Nachdem ich mir einen kalten Drink und ein Eis gegönnt hatte, ging es weiter zum wohl grössten Gebäude meiner Reise. Der Palast des Volkes, wie er genannt wird, ist ein kolossales Parlamentsgebäude und internationales Konferenzzentrum. Es war schwierig das Gebäude mit meiner Kamera optimal abzulichten. Es war gigantisch, majestätisch und einfach riesig. Dieses Bauwerk ist nur eines der vielen grossen und mächtigen Gebäude in der Stadt. Gleich in der Nähe befand sich dann das Kloster Antim. Ein kleines, etwas verstecktes Kloster, welches aber die eigene Schönheit geniesst. Nun aber genug Sightseeing. Zurück zum Hotel. Fast 15km habe ich heute abgespult.

Day 2
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen: Ab in den Park, sich hinsetzen und nichts tun. So ging ich zu Fuss, vorbei am Triumphbogen, zum etwas entfernten König-Michael-I.-von-Rumänien-Park, bei welchem sich auch ein See befand. Ich schlenderte gemütlich mit meiner Lieblingsmusik durch den Park, ehe ich moch hinsetzte und einfach die Ruhe genoss. Mal abschalten vom Grossstadtfeeling und dem ganzen Rummel. In dieser Zeit legte ich mein Handy auch entsprechend zur Seite. Danach gönnte ich mir eine Limonade + Dessert in einem Café direkt am See. Es war schön, einfach mal wieder die Seele baumeln zu lassen. Das wars auch für heute. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag im Park und ging am Abend gut Essen.

Day 3
Der dritte war auch der letzte Tag meines Aufenthaltes in Bukarest. Mein Nachtzug fuhr um 17:45 in Richtung Budapest, Ungarn. So ging ich nach erfolgreichem Check-Out nochmals in die Altstadt und suchte mir ein typisch rumänisches Restaurant mit lokalen Spezialitäten. Beim Ersten musste man eine Nummer für die Tischwarteliste ziehen, das Zweite hatte Betriebsferien und das Dritte Renovationen. Trotzdem fand ich nach etwas längerem Suchen ein, meinen Wünschen entsprechendes, Restaurant. Ich ass hervorragend und bearbeitete die ersten Bilder von Bukarest. Dann gings zurück ins Hotel. Gepäck abholen und ab zum Bahnhof. Diesmal machte ich den Fehler nicht nochmal und kaufte ordentlich Proviant ein. War ja klar, dass es heute ein Bistro gab. In 15h solls mit dem Nachtzug quer durch halb Osteuropa nach Budapest (zum Blogbeitrag über Budapest) gehen. Zu dritt in einer 6er-Couchette gings nordwärts nach Ungarn.

Fazit
Bukarest haut dich nicht um. Einige gigantische Bauwerke, einige Strassen zum Schlendern aber mässig viel los. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Stadt nicht wirklich lohnenswert ist. Wer in der Nähe ist, plant sicherlich ein oder zwei Tage ein, aber ein expliziter Besuch ist meiner Meinung nach nicht nötig oder lohnenswert. Es ist nichts Spezielles. Vielleicht ist das aber auch meine Abhärtung durch das Besuchen vieler europäischen Städte. Mir wurde allerdings bei Anblicken von Innenhöfen, wo kleine Kinder zwischen Müll, Geröll und Scherben spielten, wieder einmal bewusst, wie reich ich resp. wir alle sind. Gesund, ein sauberes Zuhause und immer etwas zu essen. Manchmal muss man sich das wieder vor Augen führen.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

  • Jerewan & Highlights Armeniens

    Jerewan & Highlights Armeniens

    Jerewan empfing uns lebendig und herzlich: volle Gassen, bunte Märkte, die vielen Gespräche mit Einheimischen. Über die Tage hinweg sammelten wir…

  • Kutaissi, Batumi & Norden Georgiens

    Kutaissi, Batumi & Norden Georgiens

    Von der georgischen Hauptstadt Tiflis ging es mit dem Mietwagen auf einen sechstägigen Roadtrip nach Kutaissi und Batumi. Atemberaubende Klöster, steile…

  • Tiflis

    Tiflis

    Wir entdeckten Tiflis mit seiner charmanten Altstadt, köstlicher Küche, eindrucksvollen Kirchen und herrlichen Ausblicken – eine Stadt voller Geschichte, Geschmack und…